Ringelsocken

Entweder man mag sie, oder man mag sie nicht: geringelte Socken, kurz: Ringelsocken. Ein Dazwischen gibt es nicht. Lesen Sie hier spannende Fakten zur Geschichte von Socken, machen Sie sich bekannt mit einer kleinen Sockenkunde und lassen Sie sich zeigen, wie und wozu man Ringelsocken tragen kann. Los geht’s!

Bevor es weiter unten um die aktuellen Trends in Sachen Ringelsocken und Mode geht, machen wir einen kleinen Abstecher in die Geschichte der Strümpfe.

Eine kleine Socken-Geschichte

Schon von den ersten Menschen wird angenommen, dass sie sich Fuß- und Beinkleider aus den Fellen erlegter Tiere machten. Zum einen, um sich vor Wettern und Unwettern zu schützen, zum anderen als Schutz vor möglichen Verletzungen. Man vermutet, dass die Menschen in der Bronzezeit ihre Füße mit Fell- und/ oder Leserlappen umwickelten, die sie mit Hilfe von Bändern verschnürten.

Aus dieser Zeit stammen auch erste Funde  von gamaschenähnlichen Fußlappen aus dicker Wolle und genähten Lederstrümpfen, berichtet das Deutsche Strumpfmuseum auf seiner Internetseite. Demnach sei die Geschichte der Strümpfe / Socken eng mit der der Hose verbunden. So kannte die byzantinische Mode sogenannte Lederschuhe, deren Sohle mit Riemen gehalten wurde – man vermutet aus der heutigen Rückschau, dass es sich dabei um Ledersocken / Wollsocken gehandelt haben muss, die man über damals übliche Strümpfe zog.

Wie die Museumsseite weiter darstellt, fand man erste gestrickte Socken bereits in den Gräbern von Kopten (Ägypten).

Aus den warmen Mittelmeerregionen, zum Beispiel von den Römern,  weiß man heute, dass Strümpfe „Socci“ (Laein: „soccus“) eigentlich nur für fröstelnde Personen von Bedeutung waren, also von Alten und / oder Kranken getragen wurden.

Im kälteren Germanien trug man noch bis weit ins 9. Jahrhundert nach Christus sogenannte Wickelgamaschen, Bänder also, die um Fuß und / oder Waden gewickelt wurden. Allerdings habe es Funde gegeben, die sich auf das Ende des 2. Jahrhunderts beziehungsweise den Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus zurückdatieren ließen, die belegen, dass eine elbgermanische Hose mit angenähten Socken auch den Germanen schon bekannt war.

Etwa im 11. Jahrhundert wurden aus Hosen zunehmend „Strumpfhosen“, der byzantinische Einfluss war nach Kaiser Ottos II. mit einer Prinzessin aus Byzanz nicht zu übersehen  – zumindest nicht in der Mode, wie das Strumpfmuseum weiter schreibt. Im 15. Jahrhundert zog man die Strümpfe auch übers Gesäß, um die bis dahin übliche Lücke zwischen Unterhose und „Beinlingen“ zu bedecken.

Erste gestrickte Strümpfe trugen Europäer erst im 16. Jahrhundert – mit der Trennung von Hose und Strumpf beginnt hier die eigentliche Geschichte der Socke. Wobei diese zunächst nur von den Herren getragen wurden. Erst als gestrickte Seidenstrümpfe aufkamen, begehrten diese auch Frauen. Gleichwohl Frau seidige Strickstrümpfe nur „unsichtbar“ unter langen Gewändern versteckt trug. Bein zu zeigen, galt nämlich als „unfein“.

1589 wurde in England der erste Strumpfwirkstuhl betrieben. Die damit produzierten Strümpfe waren jedoch in Ihrer Struktur sehr viel grober als die häufig mit Stickerei verzierten seidigen Exemplare. Im 18. Jahrhundert spielten seidige Strümpfe, die von Bändern gehalten wurden (Strumpfbändern), bereits eine wichtige Rolle. Außerdem trug man schon damals Woll- oder Baumwollsocken in Rippstrick. Als die Herren schließlich ihre „kurzen“ Hosen ablegten und fortan vor allem lange Hosen trugen, endete die bis dahin schon tausend Jahre währende Epoche der sichtbaren Männerstrümpfe.

Um die Jahrhundertwende 18/19 trugen auch die Frauen erstmals Strumpfhosen – meist hautfarbene.

Kleine Sockenkunde

Wer sich näher mit dem Thema Strümpfe oder Socken beschäftigt, kann diese zum Beispiel nach Formen in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Kniestrümpfe (der „Beinling“ reicht bis unters Knie)
  • Overknees (Strümpfe, die übers Knie reichen)
  • Socken / Söckchen (der „Beinling“ endet kurz über dem Knöchel oder auf Höhe der Mitte der Wade)
  • Füßlinge (Strümpfe ohne „Beinling“, wobei vor allem der Unterfuß von den Zehen bis zur Ferse bedeckt ist, so dass die Füßlinge sich in ausgeschnittenen Schuhen wie Pumps nahezu unsichtbar tragen lassen)
  • Sneakersocken (Strümpfe ohne „Beinling“, die sich „unsichtbar“ in Turnschuhen, Sneakern und Halbschuhen tragen lassen)
  • Wadenstrümpfe (eine Art Wadenstulpe, typisch für die bayrische Trachtenmode)
  • Stulpen (quasi nur „Beinlinge“, die man vom Knöchel bis über die  Waden und sogar bis hin zum Oberschenkel ziehen kann)
  • Strumpfstulpen (wie Stulpen aber mit Fuß)
  • Schenkelstrumpf (vor allem: Nylonstrümpfe für Damen, die entweder selbsthaftend am Oberschenkel „kleben“ oder mittels Strumpfhaltern getragen werden)

Daneben gibt es unzählige Spezial-Strumpfformen, unter anderem sogenannte Stopper- oder ABS-Socken, die rutschsichere Noppen oder Schriftzüge auf den Sohlen haben. Zehensocken mit zehn Zehen sind ebenso zu haben wie Exemplare, bei denen der große Zeh mit einer  spreizbaren doppelten „Zwischenwand“ getrennt von den anderen vier Zehen wird, um beispielsweise Flipflops anzuziehen. Viele der oben angegebenen Socken findet man im Linder Socken Onlineshop auf www.sockenshoppen.de

Die Ringelsocke – ein ganz besonderes Strumpf-Exemplar

Strümpfe gibt es heute jedoch nicht nur in allen erdenklichen Formen, sondern auch Materialien, Farben und Mustern. Wer sich in den gut sortierten Abteilungen einschlägiger Strumpfgeschäfte oder Kaufhäuser oder auch im Internet umschaut, wird von der Fülle des Angebots schier erschlagen. Einen festen Platz im Reigen der Socken & Co. haben Ringelsocken. Es gibt sie in feinen Ringeln oder breiteren, in klassischen Zweifarbenlooks oder bunt geringelt. Derzeit sind viele Strümpfe mit Glitzerfäden durchzogen, selbstverständlich macht der Glitzer auch vor Ringeln nicht halt.

Ringelsocken – wie und wozu man sie am besten trägt

Wer glaubt, Ringelsocken seien nur etwas für Kinder, der irrt gewaltig. Sowohl die Herrenmode als auch die Damenmode hat Ringelsocken im Programm – je nach aktuellem Trend mal mehr, mal weniger auffällig geringelt. Dezente Ringel, beispielswiese Ton in Ton in Schwarz / Grau / Anthrazit kann Mann zum Anzug ebenso tragen wie einfarbige, ohne an Klasse einzubüßen. Einem modischen Anzug können solche Ringelsocken sogar erst das gewisse Etwas verleihen, wenn Sie ab und an einmal hervorblitzen. Wichtig: Socken zeigen ist keine Schande! Bein dagegen schon!

Das Thema Ringel ist immer mal wieder ein in der Mode GROSS geschriebenes. Und so trifft man in der maritimen Mode ebenso wie in der folkloristischen auf das Thema Ringelsocke. Auch der Collegestil lässt sich gut mit Ringeln vereinbaren.

Eine frische Optik verleihen leuchtende Ringelsocken auch Jeans-Outfits. Trägt man beispielsweise ein geringeltes Oberteil mit Knopfleiste im Stil eines Altherrenunterhemds und dazu ähnlich geringelte Socken, die bei jedem Schritt zwischen Schuh und Jeans hervorblitzen, macht dies einen Look, der Träger und Betrachter Freude bereitet.